Kinderschutz

Mit dem Inkrafttreten des vom Landtag Sachsen-Anhalt beschlossenen „Gesetzes zur Verbesserung des Schutzes von Kindern“ zum 01.01.2010 hat der Gesetzgeber die Wichtigkeit der Weiterentwicklung des Kinderschutzes und der Frühen Hilfen hervorgehoben.

Das Gesetz beinhaltet im Wesentlichen:

  • die Unterstützung der Eltern bei der Wahrnehmung ihres Erziehungsrechts und ihrer Erziehungsverantwortung durch möglichst frühzeitige, niedrigschwellige Angebote im Hinblick auf die Entwicklung der Kinder in den ersten Lebensjahren,
  • die Festlegung von verbindlichen Strukturen für die Zusammenarbeit der Leistungsträger aus den Bereichen der öffentlichen und freien Jugendhilfe, des Gesundheitswesens, der Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte, der Hebammen und Familienhebammen, der Sozialämter, der Schulen, der Polizei und Ordnungsbehörden, der Agenturen für Arbeit, der Jobcenter, der Frühförderstellen, der Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen, der Familiengerichte und anderen;
  • die weitere Qualifizierung des Verfahrens zur Abschätzung von Kindeswohlgefährdungen durch die örtlichen Träger der Jugendhilfe;
  • die Umsetzung von Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und Festlegung von verbindlichen Standards im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe und den Abschluss entsprechender Vereinbarungen, die Grundlage für die Finanzierung sind;
  • die Verpflichtung zur Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses für die in der Jugendhilfe beschäftigten Personen, die Kontakte zu Kindern und Jugendlichen haben. Dies gilt auch für nebenberuflich und ehrenamtlich Tätige in Vereinen.

Familien leben heute in komplexen Verhältnissen, die ein sehr hohes Maß an Organisation und Flexibilität erfordern. Diese anspruchsvollen Lebenssituationen benötigen Anregungen, Austausch und Unterstützung bei der Bewältigung der Erziehungsaufgaben, unabhängig der sozialen Verhältnisse. Wird die Belastung für die Eltern durch zu hoch, besteht die Gefahr einer Kindeswohlgefährdung. Hier sollen die Eltern zeitnah, kompetent, passgenau und niedrigschwellig Hilfen erhalten.

Im Landkreis Saalekreis ergeben sich daraus folgende Aufgaben:

  • Stärkung der Erziehungskompetenz, insbesondere benachteiligter u. belasteter Familien
    • Hilfen ab Schwangerschaft – über Geburt – bis zu einem gewissen Lebensalter des Kindes
  • Schutz vor Gefährdungen u. Ermöglichung einer gesunden Entwicklung
    • frühe und niedrigschwellige Angebote für Familien und werdende Eltern
    • zügige Leistungserbringung
  • Verbesserung der frühen Zugänge zu belasteten Familien
  • Vernetzung von Jugendhilfe und Gesundheitshilfe
  • Stärkung des Selbsthilfepotenzials der Eltern
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit