Was sind Frühe Hilfen?



„Kleine Kinder nimmt man an die Hand, Große beim Wort.“ 
(Franz Christoph Schiermeyer)

Mit der Geburt eines Kindes beginnt ein neuer Lebensabschnitt für die ganze Familie. Bis sich der Alltag unter den veränderten Bedingungen wieder eingespielt hat, bedarf es oft viel Zeit, guter Nerven und klarer Strukturen.

Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind hochsensibel und prägend für die körperliche, geistige und sozio-emotionale Entwicklung.

Eine gute Eltern-Kind-Beziehung bietet eine sichere Basis, damit ein Kind anstehende Entwicklungsaufgaben altersentsprechen bewältigen kann.

Frühe Hilfen sind lokale und regionale Unterstützungssysteme mit koordinierten Hilfeangeboten. Sie richten sich an Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren. Der Schwerpunkt liegt auf der Altersgruppe 0-3 Jahre.

Ziel ist es, die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern in der Familie und der Gesellschaft frühzeitig und nachhaltig zu verbessern.

Dazu gehören:

  • die alltagspraktische Unterstützung der (werdenden) Eltern
  • die Förderung der Erziehungskompetenz
  • eine gute Eltern-Kind-Beziehung

Damit tragen Frühe Hilfen maßgeblich zum gesunden Aufwachsen der Kinder bei und sichern deren Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe.

Frühe Hilfen umfassen vielfältige Angebote und Maßnahmen, die allgemein aber auch aufeinander bezogen und ergänzend sind.

  1. Angebote für (werdende) Eltern mit ihren Kindern, um deren gesunde Entwicklung zu fördern
  2. für Familien in Problemlagen

Frühe Hilfen tragen dazu bei, dass die Risiken für das Wohl und die Entwicklung eines Kindes frühzeitig erkannt und reduziert werden. Sollten die bestehenden Hilfsangebote nicht ausreichend sein, eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden, sorgen Frühe Hilfen dafür, dass weitere Maßnahmen zum Schutz des Kindes getroffen werden.

Angebote sind u.a.

Die Angebote sind kostenlos und anonym.

Grundlage Früher Hilfen ist eine multiprofessionelle Vernetzung und Zusammenarbeit.

Dazu gehören u.a. …

Schwangerenberatung und Schwangerenkonfliktberatung
Beratung in rechtlichen und finanziellen Fragen und zu sozialen Leistungen

Öffentliches Gesundheitswesen
Ansprechpartner im Rahmen des

  • Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes
    (Frühförderung und Bearbeitung von Anträgen für integrative Betreuung)
  • zahnärztlichen Dienstes
    (zahnärztliche Reihenuntersuchungen in Kindertageseinrichtungen)
  • Sozialpsychiatrischen Dienstes
    (Beratung und Betreuung psychisch Kranker und Suchtkranker u. deren Angehörigen)

Kinderärzte, Gynäkologen, Geburtskliniken, Hebammen

  • Ansprechpartner zu allen Fragen der Gesundheit von Mutter und Kind
  • Beratungs- und Betreuungsangebote zum Thema Schwangerschaft und Entbindung sowie Versorgung des Kindes nach der Geburt durch Hebammen

Kinder- und Jugendhilfe
Ansprechpartner bei Fragen

  • zur Erziehungsberatung
  • des Allgemeinen sozialen Dienstes
  • des Unterhaltes und der Beistandschaft
  • Adoption, Pflegschaft
  • Kindertagesbetreuung und Elternbeiträge

Interdisziplinäre Frühförderung

andere soziale Dienste
wie Beratungsstellen, Familienpaten

Weiterhin soll die Versorgung der Familien mit Unterstützungsangeboten flächendeckend erfolgen und qualitativ hochwertig erfolgen.